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15.2.2019: Helmut Gremm bleibt Ortsvorsteher

Helmut GremmHelmut Gremm (Foto rechts, Quelle: Fritz Kopetzki) macht als Ortsvorsteher von Siedelsbrunn weiter. Er verweist darauf, dass bei seiner grundlegenden Entscheidung für das Weitermachen der Zuspruch die Anfeindungen überwogen hätte. Ursprünglich wollte er alle kommunalpoltischen Ämter niederlegen. Nun macht er als Ortvorsteher für Siedelsbrunn weiter, legt sein Mandat als Gemeindevertreter allerdings nach 38 Jahren nieder. 

Die vielen Anfeindungen und Beleidigungen der Windkraftgegner hätten ihm stark zugesetzt. Es sind aus seiner Sicht die Windkraftgegner, die noch nie etwas für den Ort getan haben und nun plötzlich ihre Vorwürfe aus seiner Sicht in ärgerlicher Art und Weise kundtun. Außerdem habe er sich mit Verweis auf zwei prall gefüllte Ordner bereits im Jahr 1984 mit der Windkraftanlage "Growian" bei Marne befasst - also bereits zu einem Zeitpunkt in der Windenergie für Wald-Michelbach überhaupt noch kein Thema war. Gremm klingt beleidigt. 

Selbstredend hat sich Gremm durch seine langjährige ehremamtliche Tätigkeit zahlreiche Verdienste erworben, die ihm auch niemand abspricht. Natürlich ist es aus seiner Sicht mehr als ärgerlich, wenn ihm ein - im wahrsten Sinne des Wortes - "Leuchtturmprojekt" zum Ende seiner politischen Schaffenszeit die Bilanz und persönliche Reputation verhagelt. Hier befindet er sich in guter Gesellschaft zu Joachim Kunkel, Peter Bihn, Nothung Köhler und die vielen anderen Gemeindevertreter, mit denen er gemeinsam und so erfolgreich in windkraftfreien Zeiten die Geschicke der Gemeinde gelenkt hat. Mit dem Windindustriepark Stillfüssel und der wachsenden Ablehnung in großen Teilen der Bevölkerung hat sich das gesellschaftliche Umfeld in der Gemeinde allerdings massiv geändert. Menschen gehen auf die Straße und demonstrieren. Vor Jahren noch undenkbar für eine Gemeinde wie Wald-Michelbach. Joachim Kunkel versuchte mit seinen Verzicht auf eine dritte Amtszeit als Bürgermeister noch rechtzeitig den Absprung zu schaffen. Ebenfalls ohne Erfolg. 

Was fehlt Helmut Gremm? Ist ihm der politische Instinkt über die Jahre verloren gegangen? Das ist schwer zu beantworten. Auffällig erscheint, dass sich Gremm in der Position als "Hartliner" und Schuldzuweiser in Richtung Windkraftgegner offensichtlich gut gefällt. Es ihm aber gleichzeitig schwer fällt, sich selbst und seine Entscheidungen zu hinterfragen. Von Selbstreflexion und Selbstkritik ist bisher jedenfalls noch nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Mögliche Hinweise auf eigenes Verschulden fehlen ebenso (siehe dazu auch den Leserbrief vom 9.3.2019). Hätte sich Gremm tatsächlich mit der Windkraftanlage "Growian" auseinander gesetzt, dann wäre ihm klar gewesen, dass dieses Projekt als einer der größten Fehlschläge in der Geschichte der Windkraftnutzung eingestuft wird. Seine Entscheidung zum Windindustriepark Stillfüssel und der damit einhergehenden Entwertung der Kulturlandschaft seines Ortsteils Siedelsbrunn hätte dann anders ausfallen müssen. Nun ist sein Orteilsteil Siedelsbrunn mit seinen rund 1.200 Schäfchen tief gespalten. Auch das gehört in seine polititsche Schaffenszeit und ist ihm, zumindest in Teilen, anzurechnen. Gespannt schauen wir darauf, wie viel Energie Helmut Gremm in seinen letzten Monaten als Ortvorsteher zur Aufweichung der Fronten zwischen Windkraftgegnern und Windkraftbefürwortern investieren wird. Bisher war herzlich wenig von ihm zu vernehmen. 

Artikel OZ vom 15.2.2019          Leserbrief_OZ_9.3.2019_Immer fair bleiben

 

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